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Plötzlich waren die Türen offen
Nationalparke waren in der DDR nie ein Thema. Oder doch? Einem namhaften Greifswalder Biologen, dem Dr Lebrecht Jeschke, verdanken wir folgende Aussage:
"Als 1953 das erste Naturschutzgesetz der DDR diskutiert wurde, wurde auch über die Notwendigkeit der Schaffung von Nationalparks heftig debattiert.
Viele Menschen begeisterten sich damals für den Gedanken, in der jungen DDR die damals schon international bekannten Erholungslandschaften, die sich durch unverwechselbare und in mancher Hinsicht unberührte Natur auszeichneten, zu Nationalparks zu entwickeln." Daraus wurde bekanntlich nichts. Auch der konkrete Anlauf einer Gruppe einheimischer Naturfreunde und der Ortsgruppe Zingst des Deutschen Kulturbundes, die 1955 die Forderung nach der Errichtung eines "Deutschen Nationalparks an der Ostseeküste" aufmachte, führte nicht zum Erfolg. Naturschutzgebiete gab es mehrere, so auf Rügen, auf Hiddensee, auf dem Zingst und auf dem Darß. Einige waren bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die meisten zwischen 1957 und 1967, ausgewiesen worden. Und dann kam das Jahr 1989. Die innerdeutsche Grenze wurde geöffnet, die Staatsjagden aufgelöst... Bürgerinitiativen nutzten die Gunst der Stunde. Beim Rat des Kreises Ribnitz-Damgarten wurde eine "Initiativgruppe Nationalpark Küstenlandschaft" gebildet. Die Gründung eines Nationalparks war Inhalt mehrerer "Runder Tische", Ende Februar 1990 wurde eine Postwurfsendung über den geplanten "Nationalpark Küstenlandschaft" verteilt.
Autor: Helga Konow
