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Küstenpanorama
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Der Seeadler - König der Lüfte
Die Seeadler - Haliaeetus albicilla - ist ein wahrer König der Lüfte. Majestätisch zieht er seine Kreise am weiten, grenzenlosen Himmel.
Der Adler der freien Meere und Wälder des Nordens ist mit einer Flügelspannweite bis zu 250 Zentimetern ein gewaltiger, kraftvoller Vogel, der auch seit jeher von den Menschen als solcher bewertet wird. Dabei fällt der Seeadler im Flug durch seine Größe von bis zu 90 Zentimetern, durch den weit vorgestreckten langen und kräftigen Hals sowie durch die breiten, brettförmigen, im Segelflug horizontal gehaltenen Flügel auf. Im aktiven Flug werden die Flügel weit nach unten und nach oben durchgeschlagen. Auch im Sitzen besticht er mit seiner Größe nebst dem etwas eckig wirkenden sehr kräftigen und fast bulligen Körper. Der Seeadler kann ein Gewicht von um die sechs Kilogramm erreichen. Er besitzt ein braunes Gefieder. Kopf, Hals, obere Brust und oberer Rücken sind gelblich ockerfarben aufgestellt. Sein Schwanz ist weiß, kurz und keilförmig. Der Schnabel ist hellgelb und im Vergleich zu anderen Greifvögeln groß und kräftig. Und der Seeadler hat absolut kräftige Fänge. Er ist der größte heimische Brutvogel, dessen Lebensraum vor allen Dingen mit großen Gewässern verbunden ist. Er besiedelt mithin Küsten und größere Binnengewässer, liebt offene und auch stark bewaldete Landschaften und jagt bevorzugt an fisch- sowie wasserreichen Gewässern. In der Region Fischland-Darß-Zingst gilt der Seeadler als Standvogel, das heißt, er bleibt ganzjährig in seinem Revier. Dabei ziehen winterliche Ansammlungen von Wasservögeln in Eislöchern oft größere Zahlen von Seeadlern an. Seine Hauptnahrung sind Wasservögel und Fische. Er nimmt auch kleinere Säugetiere, wie Eichhörnchen und Hasen, frisst schon mal Aas und schmarotzt bei schwächeren Greifvögeln. Die Beute wird aus dem Ansitz oder bei niedrigem Suchflug ausgemacht.
Der Seeadlerbestand nahm in den Jahren zwischen 1950 bis 1980 stark ab. Grund waren weltweit häufig eingesetzte Insektizide, wie DDT. Durch verseuchte Nahrung wurden die Eier des Seeadlers dünnschalig und zerbrachen bei der Brut oder sie starben ab. Das Verbot der Mittel und strenge Schutzmaßnahmen führten zur stetigen Zunahme des Bruterfolges. Es wurde eine Horstschutzverordnung erlassen. Seitdem steigt der Brutbestand in Deutschland beständig wieder an. Während es im Jahr 1990 um die 185 Brutpaare waren, sind es im letzten Jahr 575 Brutpaare gewesen. Von den 575 Brutpaaren waren es allein in Mecklenburg-Vorpommern 242, davon 207 zur Brut geschritten sind. Von sieben Brutpaaren werden etwa zehn Jungvögel flügge, das heißt, dass es im Jahr 2007 ungefähr 300 Jungvögel in Mecklenburg-Vorpommern gab. Es ist das Bundesland mit dem größten Vorkommen an Seeadlern deutschlandweit. Im Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft" werden seit Jahren sieben Revierpaare und elf Jungtiere registriert.
Mit etwas Glück kann der Seeadler von allen Beobachtungseinrichtungen des Nationalparks aus beobachtet werden, wobei man ihn relativ sicher vom Boddenufer bei Barhöft in der Luft gleitend oder auf einem Baum auf der Insel Bock sitzend, auf dem Ostzingst speziell von Pramort aus und von den Beobachtungstürmen am Darßer Ort auf einer Sandbank sitzend sehen kann.
